Eine (Miss)Erfolgsgeschichte ?

Das Konzept ist ganz einfach!

 

 

Das Konzept ist ganz einfach:

Ein Investor kauft Land auf, erschließt es und verkauft dann die erschlossenen Grundstücke. Die neuen Grundstückseigentümer errichten Gewerbebetriebe, die wiederum Steuern an die Gemeinde zahlen und Arbeitsplätze schaffen. Ein echtes win-win-Geschäft. 

Soweit die Theorie. 

 

Das Ergebnis wird hier präsentiert:

 

Im Jahre 1999 wird durch die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Pohlheim der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gewerbegebiet „Gebrannter Triesch“ aufgestellt und tritt am 17.02.2000 in Kraft.

 

Ziele der Stadt Pohlheim:

 

  • Ansiedlung von Unternehmen mit entsprechendem Gewerbesteueraufkommen, 
  • Schaffung von Arbeitsplätze mit dem damit verbundenen Anteil an der Einkommenssteuer.

 

Beide Ziele sollen zur Gesunderhaltung des Haushaltes beitragen.

 

Die Privatisierung:

Am 12.12.2000 wird hierzu die „Erste Pohlheimer Objekt „Gebrannter Triesch“ Erschließungs- und Vermarktungs GmbH“ gegründet. Gesellschaftszweck ist „der Erwerb von Grundstücken im Gewerbegebiet „Gebrannter Triesch“ in Pohlheim-Garbenteich, die Erschließung dieser Grundstücke und der anschließende Grundstücksverkauf“. 

 

Die Gesellschaft schließt im Januar 2001 mit der Stadt Pohlheim einen Erschließungsvertrag. Danach wird die GmbH unter eine Holding gelegt -die JFH Holding, Inhaber Jörg Fischer.

Somit ist die „Erste Pohlheimer Objekt „Gebrannter Triesch“ Erschließungs- und Vermarktungs GmbH“ ein 100%ige Jörg Fischer Gesellschaft.

 

Ab März 2001 wird durch die Fa. Faber & Schnepp mit der Erschließung des Gebietes begonnen. Die ersten Erschließungskosten betragen ca. 1,25 Mio €.

 

Im Laufe des Jahres 2001 wird die Fa. Schlecker auf das Gewerbegebiet aufmerksam und macht eine Anpassung der Straßenführung für eine Ansiedlung zur Bedingung. 

Ein Änderungsplan wird am 21.12.2001 in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Die damit verbundenen weiteren Erschließungskosten von ca. 1 Mio € übernimmt die Stadt Pohlheim, nicht die eigens gegründete Gesellschaft „Gebrannter Triesch“.

Die Arbeiten sollen bis Mitte März abgeschlossen sein und werden wiederum von der Fa. Faber & Schnepp durchgeführt, Ausschreibung scheinbar Fehlanzeige.

 

Die Veränderungen auf den Plänen zeigen eine Verschiebung eines Wendehammers (für ca. 1 Mio €).

 

Die Fa. Schlecker erwirbt ein Grundstück in der Größe von ca. 33.000 qm, für 35€/qm, also rd. 1,155 Mio €.

 

Schon hier stellt man sich die Fragen:

 

Ein Wendehammer für 1 Mio €, für einen Erlös

von 1,155 Mio €?

Warum finanziert dies die Stadt Pohlheim, wenn doch der Erlös in der „Gebrannter Triesch GmbH“ liegt?

 

Zwischenbilanz: Bis jetzt liegen die Kosten der Stadt Pohlheim bei ca. 2,25 Mio € , die Erlöse für die „Gebrannter Triesch GmbH“ bei rd. 1,115 Mio €.

 

Nach dem ersten Erschließungsvertrag gibt es scheinbar eine Rückfallklausel für den Fall, dass man die Grundstücke bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht vermarkten könne.

Die Rückfallklausel beinhalte, dass die Stadt die noch vorhandenen Grundstücke zurückkaufe. Von anfangs 80.000 qm stehen zu diesem Zeitpunkt noch 45.000 qm zum Verkauf.

Aus der Rücknahme der Grundstücke entwickelt sich die Übernahme der GmbH durch die Stadt bis zum 30.09.2002, mit der die Stadtverordneten kurze Zeit später konfrontiert werden.

 

Mit dem notariellen Vertrag vom 9. September 2002 werden 94% der Anteile der Erste Pohlheimer Objekt „Gebrannter Triesch“ Erschließungs- und Vermarktungs GmbH an die Käuferin Stadt Pohlheim übertragen, die die Anteile zum 31.12.2002 übernimmt.

 

Die „ Gebrannter Triesch GmbH“ gehört nun der Stadt Pohlheim. Die Stadt Pohlheim übernimmt also eine Gesellschaft, die zum Zeitpunkt des „notariellen Vertrages" quasi insolvent ist, unter anderem, weil es in der Bilanz 2003 unter sonstigen Ausgaben einen Posten von 640 Tsd € gibt, bewilligt durch Geschäftsführer Herr Fischer.

 

Fazit:

 

Es gibt einen Bürgermeister, der in drei Funktionen agiert:

 

- als Bürgermeister soll er möglichst günstig für die Stadt einkaufen und Großes planen,

 

- als Gesellschafter der „Gebrannter Triesch GmbH“ soll er möglichst hohe Gewinne
 erzielen,

 

- als Aufsichtsrat soll er die Geschäftsführung der GmbH kontrollieren.

 

Das Ergebnis:

 

  •  ein Gewerbegebiet von 80.000 qm,

 

  • knapp die Hälfte vermarktet, Erlöse ca. 1,3 Mio €,

 

  • Erschließungskosten von ca. 2,3 Mio €,

 

       - 640 Tsd € nicht nachvollziehbare sonstige Ausgaben,

 

       - 40.000 qm nicht vermarktbarer Grund (bilanziell              überbewertet),

 

       -      finanzielle Risiken für den initiierenden privaten Inverstoren Fischer: gering,

 

  • finanzielle Risiken der Stadt Pohlheim: enorm!
  • Gesunderhaltung des städtischen Haushaltes: fehlgeschlagen!

 

Alleinige Gewinner ohne Risiko aus diesem „einfachen“ Konzept: Faber & Schnepp und….Fischer, der scheinbar dieses „einfache Konzept“ erneut als Geschäftsmodell der Stadt Pohlheim für die Erschließung des Gewerbegebiets Garbenteich Ost vorlegt.

Die Geschichte vom "Gebrannter Triesch"
1_Pohlheimer_Scipt0.pdf
PDF-Dokument [1.5 MB]

Hier sind die Bilanzen der 1. Pohlheimer Erschließungs-, Betriebs-, Bau-, Verwaltungs- und Vermarktungs-GmbH.

 

Wer also behauptet die Zahlen in der Geschichte vom Gebrannten Triesch seien falsch (Altbürgermeister und CDU Pressesprecher), hier stehen die nackten Tatsachen.

Bilanz 2010
1_Pohlheimer_2010.pdf
PDF-Dokument [19.7 KB]
Bilanz 2009
1_Pohlheimer_2009.pdf
PDF-Dokument [125.1 KB]
Bilanz 2008
1_Pohlheimer_2008.pdf
PDF-Dokument [16.6 KB]
Bilanz 2007
1_Pohlheimer_2007.pdf
PDF-Dokument [16.2 KB]
Bilanz 2006
1_Pohlheimer_2006.pdf
PDF-Dokument [50.6 KB]

Baubeginn im Naherholungsgebiet < Klausenboden > Mehr dazu hier

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